Am Ende ihres Schauspielstudiums konzipieren und inszenieren die Studierenden des 4. Jahrgangs Szenenstudien. Eigene Themen werden recherchiert, szenisches Material generiert und in Kurzinszenierungen von 30 bis 60 Minuten umgesetzt. Die Studierenden befragen unter anderem Themen wie Resilienz und weiblicher Zyklus, wie das Leben mit ADHS (in einem Kurzfilm), wie Präsenz auf der Bühne und im Leben funktioniert oder wie sich darstellerisch Reproduktionsformen von Gewalt kritisch erforschen lassen.
Selbständiges künstlerischen Denken und Agieren ist wesentlicher Teil unserer Ausbildung. Das Schauspielstudium an der HMTM Hannover baut über das gesamte Curriculum auch auf Eigenarbeiten der Studierenden und szenischen Projekten auf. Zum Ende des Studiums erarbeiten und zeigen Student*innen aus dem 4. Jahrgang nun zum ersten mal Diplomprojekte, die sie selber entwickeln und die von Lehrenden mentoriert werden.
TEIL A:
Projekte von Lukian Anhölcher, Finn Faust, und Emma Marie Nielsen.
TEIL B:
Projekte von Lukian Anhölcher, Aniela Cordiviola, Konstantin Lohnes, Flora Reim, Anna Stebut und Joèl Kito Salvatore
FINALE – Alle Diplomprojekte an einem Tag!
Emma Marie Nielsen: Circuit Circus
Die Performance ihres Lebens. Jeden Tag fängt der Zirkus von vorne an. In einem unendlichen Kreislauf performt sie, um in dieser Welt zu überleben. Sie zieht sich an, zieht sich um, quetscht sich in Schubladen hinein, sehnt sich nach Liebe und will dafür alles tun. Denn lieber irgendetwas sein als nichts. Lieber in der Manege herumgaloppieren als unsichtbar zu sein.
Finn Faust: Ich bin mein Vater
Eine Reise zu den eigenen Wurzeln. Zu einer ganz bestimmten Wurzel, mit einer besonderen Schärfe. Die zu verteufeln, zu umarmen, zu lieben und nicht wegzudenken ist. Der eigene Papa.
Lukian Anhölcher: Kennste, kennste?
Hier wegen: Perspektivprisma. Mario Barth – jetzt ma richtig!
Aniela Cordiviola und Flora Reim: Fotzenfrüchte tragen rot
Zwei triefende, fotzige Fabelwesen öffnen einen Raum. Mit dem Publikum, aber auch mit sich selbst interagierend, in fantasievolle Gestalten und Frauen und Mythen schlüpfend, in den Austausch kommen wollend, nicht alleine sein wollend mit ihren Schmerzen und Gedankenpupsen, lachen wollend über ihre Situation, Tabu-brechen-wolllend, Fragen stellend und offen lassen wollend. Liebevoll wie eine Umarmung und brutal wie ein Schlag in die Fotze.
Konstantin Lohnes: 168 h unbekannt
Performative Stückentwicklung zu dem Text „Die Nacht kurz vor den Wäldern“ von Bernard-Marie Koltés.
Dazu sperre ich mich 168 h lang in einen Raum ein, um mich zum einen intensiv mit dem Stoff auseinander zu setzen und einen inneren intimen Ort zu erschaffen. Es geht um die Einsamkeit mit sich selbst, das Raum geben der eigenen Gedanken, das abkapseln von ständig einprasselnden Informationen und die Sehnsucht nach Nähe & Kontakt. Das ganze wird zudem unter den Augen der für mich unbeobachtbaren Öffentlichkeit stattfinden.
Joèl Kito Salvatore: L'ARGENTO
Dieser Kurzfilm versucht irgendwie einen Tag mit ADHS darzustellen und/oder einzufangen, schafft es nicht, erlaubt aber einen kleinen Einblick.
Anna von Stebut: Obsession
Warum? Wieso? Weshalb?

