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Schauspielwoche am Emmichplatz

Schauspieltage am Emmichplatz. Das gab’s schon lange nicht mehr! Vom 04. bis zum 06. Juni 2010 werden die Studierenden der Schauspielabteilung den Richard Jakoby Saal der Hochschule für Musik und Theater Hannover am Emmichplatz bespielen. An drei Tagen in Folge zeigen die jungen Akteure ihr Können mit drei verschiedenen Aufführungen mitten in der Stadt.

4. Juni 2010, 19:30 Uhr

Die Schauspieltage beginnen am Freitag, 04. Juni 2010, um 19:30 Uhr mit einer Aufführung des Bewegungsprojekts „Am Rande des Lichts“. Thematisch an den Schwarz-Weiß-Film, den alten Krimi, den Cartoon angelehnt, setzt sich das 4. Semester Schauspiel in dieser Produktion mit dem Spiel von Licht und Schatten auseinander. Der Film noir, die Comicwelt der Graphic novels von Frank Miller, die Polizeifotografien eines Weegee’s aus den Vierzigerjahren standen Pate. 

„Diese Helden und Antihelden leben als mythische Gestalten mitten unter uns, wir machen sie sichtbar. Den in die Dunkelheit verdrängten Schattenwesen, den Nachtmenschen, geben wir im Blitzlicht ein Gesicht. Wer möchte nicht im Rampenlicht stehen, alle Blicke auf sich gerichtet, nur wenn sich hier ein kleiner Schatten dazwischen schiebt… So sollen Geschichte entstehen am Rande des Lichts.“
Unter der künstlerischen Leitung von Stephan Hintze spielen Jakob Benkhofer, Helena Hentschel, Katharina Hintzen, Simon Jensen, Maike Jüttendonk, Andreas Müller, Mirka Pigulla, Maximilian Scheidt, Sandro Šutalo und Sonka Vogt.  Für Musik und Komposition zeichnet Heiko Klotz verantwortlich.

5. Juni 2010, 18:00 Uhr

Der Samstagabend des 05. Juni 2010 steht unter dem Titel „Szenenstudien". Ab 18:00 Uhr werden vom 4. Studiensemester Teile aus Lars Noréns „Dämonen“ sowie aus Slawomir Mrozeks „Zabawa - Satire in lustloser Zeit“ und „Auf hoher See“ gezeigt.

„Dämonen“ des schwedischen Autors Lars Norén ist ein Stück über Beziehungen und Alltagskampf. „Entweder ich bringe dich um oder du mich oder wir trennen uns oder wir machen so weiter", lautet Katarinas lakonisches Fazit ihrer langjährigen Beziehung mit Frank. Und da die beiden, die sich hassen bis aufs Messer und doch nicht voneinander lassen können, nicht schon wieder einen Abend einsam zu zweit in ihrer Nobel-Wohnung verbringen wollen, bitten sie das Nachbarsehepaar herüber. In stilvollem Ambiente vollzieht sich eine gnadenlose Seelenschlacht. 
Zwei Stücke des polnischen Dramatikers Slawomir Mrozek füllen die zweite Hälfte des Abends. Das Wort „Zabawa“ ist nicht leicht ins Deutsche übersetzbar. Seine Konnotationen schließen ein: Spiel, Unterhaltung, Kurzweil, angenehmer Zeitvertreib, aber auch: Volksfest mit Tanz oder andere Formen der Belustigung. Bei Mrozek freilich geht es um „etwas, was fehlt“: undefinierbarer Rest, die Essenz des allgemeinen Frusts, die trivialste Empfindung der Entfremdung. Das Wort „Zabawa“ scheint ein passender Titel für die satirischen Entwürfe dieses sarkastischen Zeitdiagnostikers. Slawomir Mrozek begann 1950 in Polen zu schreiben; die in dieser Epoche entstandenen Kurzgeschichten bleiben in der Breite der satirischen Sicht auf die Zeit des nach Europa importierten Stalinismus unübertroffen. Jetzt, nach dessen Zusammenbruch, hat sich sein satirischer Blick von den aufklärerischen Aufgaben der früheren Zeit befreit und funktioniert als satirische Sensibilität, die auf alle Phänomene des Lebens anwendbar ist.
Mrozeks Stück „Auf hoher See“ hat eine klare Ausgangssituation: das Meer, ein Floß, drei Herren, denen die Lebensmittel ausgegangen sind. Um zu überleben, muss einer von ihnen gegessen werden. Wie die drei mit dem Problem umgehen und wie sie es lösen, wird auf sehr hintersinnige, diabolische Weise gezeigt. Das Stück ist eine genaue, bitterböse Parabel auf Macht, Intrigen und die Manipulierbarkeit des Menschen. Mrożek gelingt in diesem Einakter eine präzise Studie menschlicher Abgründe, die so keineswegs nur in der Extremsituation eines auf hoher See treibenden Floßes zu finden sind.

6. Juni 2010, 19:30 Uhr

Zum Abschluss der Schauspieltage wird am Sonntag, den 06. Juni 2010,  um 19:30 Uhr Enda Walshs’ „Disco Pigs“ gezeigt. (Premiere war am 18. Februar 2010 im Studiotheater, weitere Vorstellungen folgen im Juli 2010)
Zwei Siebzehnjährige, die in derselben Minute am selben Tag in derselben Stadt geboren wurden, sind seit diesem Moment unzertrennlich. Darren – "Schwein" –  und Sinéad – "Ferkel" –  teilen nicht nur ihr Leben, ihre Sexualität und ihre Sehnsüchte, sie haben sich auch ihre eigene Welt entworfen, ihre eigene Sprache erfunden. Der kleine, zärtlich-schreckliche Privatkosmos, in dem Schwein und Ferkel gegen die restliche Welt regieren, existiert ausschließlich durch ihre Privatsprache, einer Mischung aus Babygestammel, Hochsprache, Kürzeln, Slang, Rap und Dialektelementen – poetisch, komisch, böse und schwarz!
Laura Bleimund und Sami El Gharbi haben dieses wunderbar kurzweilige Stück unter der Leitung von Titus Georgi als Diplomstück 2010 erarbeitet.

Am Rande des Lichts
Am Rande des Lichts
Disco Pigs
Disco Pigs
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