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Unter dem Milchwald

Hannoversche Allgemeine Zeitung
„Unter dem Milchwald“ im Expo-Theater
Studenten demonstrieren mit „Unter dem Milchwald“ von Dylan Thomas was sie in drei Jahren auf der Schauspielschule Hannover gelernt haben. Einige von ihnen werden es weit bringen – vielleicht.

Es ist eine Menge los auf dem Theatertestgelände. Schauspielstudenten aus dem dritten Jahrgang (also fast fertig ausgebildete Schauspielerinnen und Schauspieler) zeigen „Unter dem Milchwald“ von Dylan Thomas im Studiotheater an der Expoplaza. Das Stück, das zuerst als Hörspiel verö!entlicht wurde, wird hier als Theaterdemonstrationsobjekt genutzt. Die Darsteller (Veronique Aleiferopoulos, Lukas Beeler, Leandra Enders, Justin Hibbeler, Emily Klinge, Paul Lonnemann, Leo Mathey, Cara-Maria Nagler, Johannes Rebers, Nora Rebecca Wolff) zeigen mit seiner Hilfe, was sie in der Einübung der Verstellungskunst bisher so alles gelernt haben.

Sie spielen den alten blinden Kapitän, den derben Schlachter und seine Frau, Nutten und Beso!ene. Sie tanzen und singen, grölen und quietschen, brüllen herum und spucken zerkaute Nahrung über die Bühne. Stellenweise gelingt es ihnen auch, die poetische Sprache des Dichters, der in seinem Stück recht zusammenhangslos, aber sehr wortmächtig von den Schicksalen der Bewohner eines kleinen walisischen Dorfes berichtet, sehr schön zum Funkeln zu bringen.

Besonders Emily Klinge und Leandra Enders fallen in der Inszenierung von Jan Konieczny auf. Sie können sich groß machen, ohne sich aufzuplustern; sie haben eine besonders Ernsthaftigkeit, ein merkwürdiges Glühen, etwas, das nicht vermuten lässt, dass sie im Laufe ihres späteren Berufslebens an Häusern in der Provinz das Gretchen und die Maria Stuart spielen, bis eine neue Intendantin kommt und sie gezwungen sind, ihre Karriere bei Ringelnatz-Lesungen in Senioreneinrichtungen fortzusetzen.

Oft klappt das mit dem Funkeln allerdings auch nicht. Dann hört sich das Spiel nach Textexekution im Laientheater an. Aber warum auch nicht? Die Schauspieler und Schauspielerinnen sind ja noch nicht fertig mit ihrer Ausbildung.

Von Ronald Meyer-Arlt

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Unter dem Milchwald

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